chronisch akut

Ausstellungsansicht, Osthaus Museum Hagen

Ausstellungsansicht, Osthaus Museum Hagen

chronisch akut (2011)
FinArtPrint, Objektrahmen, verschiedene Größen

Die Betrachtung des Films „Hundstage“ von Ulrich Seidel und Kafkas Roman „der Prozess“, regte mich zu dieser Fotoarbeit an. Das trist dargestellte Kleinbürgertum zeigt Einsamkeit, Ängste und Wut, gefangen in einer unmenschlichen Alltagshölle. Eine Innensicht offenbart dabei den Wunsch nach Befreiung - einen Schrei nach Liebe. Film und Roman schneiden sich an den Stellen, an denen sich auch diese Arbeit orientiert - am kritischen Blick auf scheinbar unbewegliche Konventionen und die Innensicht, die das Bewusstwerden innerer Prozesse folgern lässt. Die Arbeit besteht konzeptionell aus zwei Komponenten, die in Kombination dem Betrachter zum Einem Fragen stellen, zum Anderen Antworten bieten können. Aktentaschen dienen in den Bildern als Platzhalter fu?r Bu?rokratie. Diese Konstante wird mit Gegenständen gepaart, die zufällig gefunden wurden. Die Bürokratie, in der es vermutlich keine Zufälle gibt, bzw. wohl auch keine spontanen Entscheiden, wird nun mit etwas konfrontiert, das völlig gegensätzlich ist. So steht „der Dienst nach Vorschrift“ dem Zufall gegenüber. Die Symbiose aus Aktentaschen und gefundenen Gegenständen, soll den Assoziationsstrom des Betrachters stören, beherrschen, vielleicht auch entfesseln und so die Herangehensweise an den „Schrei nach Liebe“ hinterfragen.

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