Rakel

Ausstellungsansicht, Museum für Angewandte Kunst Köln

R2, Pigmentdruck 134 x 100,5 cm

R4, Pigmentdruck 134 x 100,5 cm

R1, Pigmentdruck 134 x 100,5 cm

R3, Pigmentdruck 134 x 100,5 cm

R5, Pigmentdruck 134 x 100,5 cm

R6, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R7, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R8, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R9, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R10, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R11, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R12, Pigmentdruck 100,5 x 75 cm

R13, Pigmentdruck 68,5 x 51 cm

R14, Pigmentdruck 68,5 x 51 cm

R15, Pigmentdruck 68,5 x 51 cm

Ausstellungsansicht

Ausstellungsansicht

Rakel(2014)
Pigmentdruck im Holzrahmen, 3 verschiedene Größen, Umfang der Arbeit: 15 Fotografien 5 Bilder: 134 x 100,5 cm (Bilder R1 bis R5) 7 Bilder: 100,5 x 75 cm (Bilder R6 bis R12) 3 Bilder: 68,5 x 51 cm (Bilder R13 bis R15)

Ausgangspunkt meiner Arbeit waren die Rakel im Film Gerhard Richter painting. Sie stießen mir, als Nicht-Maler, direkt ins Auge. Sie waren dabei weniger Werkzeug, vielmehr Skulptur oder Artefakt mit Readymade-Charakter. Um diese spontan empfundene Nähe zu prüfen, baute ich zunächst einen Rakel mit einer Länge von 1,50 Meter nach und bildete ihn fotografisch ab. Sofort empfand ich eine emphatische Bestätigung zeitgenössischer Theorien zur Aura-These. Wie die Theorie von Boris Groys, die besagt, »dass eine Aura den verlässt, der auf ihr beharrt und den heimsucht, der sich von ihr lossagt«. Als ich mich folglich auf die Fotografie einließ, so bemerkte ich schnell - besaßen für mich sowohl die Rakel von Gerhard Richter, als auch die Fotografien meiner selbstgebauten Rakel ein Energiepotential. Diese Tatsache erschien mir als äußerst spannend – und so entwickelte sich eben daraus die Moti-vation, einen konzeptionellen Ansatz zu formen. Gegenstand meiner Arbeit ist es, dass ich Rakel selbst gebaut, ihnen einen Used-look verliehen, sie darauf hin inszeniert und schließlich fotografisch abgebildet habe. Entscheidend ist, dass die Rakel sich dabei präsentieren, als seien sie einst Hauptakteure bei der Produktion von großformatigen abstrakten Bildern gewesen. Doch war dies keineswegs der Fall – es existieren keine Bilder, die je von diesen Rakeln geschaffen wurden. Dieser Verweis auf mögliche Bilder kann Lesarten begünstigen, die in einem Oszillieren zwischen Konkreten und Abstrakten verharren. Auf der einen Seite die konkrete Ateliersituation, mit einem anmutendem Echo eines Künstlers und seinen Arbeiten. Dem gegenüber das Suchen nach Hinweisen und Prüfen im Abstrakten. So wird der Balanceakt zwischen diesen Polen zum eigentlichen Gegenstand. Um diesen Gegenstand zu erreichen, spielen natürlich die Rakel selbst, die nahezu photogen wirken, einen entscheidend Rolle. Erst über ihre ikonographische Präsenz und der Skulpturalität kommt der Rezipient in die Position, in der er Anschluss an das beschrieben Oszillieren findet.

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